Johannes Oporinus: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 17. Mai 2022, 21:04 Uhr

Grunddaten zu Johannes Oporinus
GND-Nummer(n) Datensatz nicht vorhanden oder nicht recherchiert
Namensvariante(n)
Geburtsdatum 25.1.1507
Geburtsort Basel
Sterbedatum 6.7.1568
Sterbeort Basel

Vita

Johannes Oporinus wurde in Basel als Sohn des Malers Hans Herbst geboren. Seine akademische Ausbildung absolvierte er in Straßburg und Basel. Nach einer Tätigkeit als Lehrer im Zisterzienserkloster von St. Urban kehrte er nach Basel zurück, wo er als Korrektor bei Johann Froben, dem bedeutendsten Basler Drucker des frühen 16. Jahrhunderts, tätig war. Daneben unterrichtete er seit 1526 an der Basler Lateinschule. Von 1527 bis ca. 1529 war er Sekretär (amanuensis) des Paracelsus.[1][2] Ab 1537 lehrte Oporinus Griechisch an der Universität in Basel. 1542 gab er sein Lehramt ab, um sich ganz seiner Druckoffizin widmen zu können. Zusätzlich absolvierte er noch ein Medizinstudium.

Oporin war viermal verheiratet, in erster Ehe mit Margarethe Feer, in zweiter mit Maria Nochpur, in dritter mit Elisabeth Holzach, Tochter des Arztes Eucharius Holzach und Witwe des Johann Herwagen, und in vierter mit Faustina Amerbach, Tochter des Bonifacius Amerbach und Witwe des Rechtsprofessors Ulrich Iselin.

Editionen

Der Erstdruck des lateinischen Koran von 1542/43 (der erste gedruckte Koran weltweit) brachte Oporinus in erhebliche Schwierigkeiten. Der Basler Stadtrat wollte den Druck verhindern, gab aber infolge der Intervention von Martin Luther und Philipp Melanchthon nach. Im Oktober 1546 erschien in seiner Offizin eine Schrift über die Ermordung des spanischen Protestanten Juan Díaz mit dem Titel Historia vera de morti sancti viri Ioannis Diazii Hispani [...] per Claudium Senarclaeum, die Francisco de Enzinas zugeschrieben wird. Später verlegte Oporinus die kirchengeschichtlichen Werke des Matthias Flacius (Catalogus testium veritatis 1556 und 1562) und die von diesem angeregten Magdeburger Centurien (1559–1574, nur die Jahrhunderte 1-13 wurden ausgeführt).

Daneben erschienen zahlreich theologische Streitschriften, Klassikerausgaben und historiographische Werke. Er starb hochverschuldet. Seine Handschriftensammlung und sein umfangreicher Briefwechsel haben sich in der Universitätsbibliothek Basel erhalten.

Bedeutung

Seine gute Kenntnis der alten Sprachen kam der Qualität der durchweg korrekten Texteditionen seiner Werkstatt zugute. Beim Blick auf das Titelblatt eines Oporinus-Druckes fällt die Kupfervignette ins Auge. Sie zeigt den mythischen Leierspieler Arion von Lesbos, der von einem Delphin über das Meer getragen wird. Das bedeutendste Druckwerk der Offizin war der Anatomieatlas De humani corporis fabrica des Humanisten Andreas Vesalius (1514–1564), der 1543 erschien.

  • A. GeylDer Oporinusbrief an Johann Weyer, in: Archiv für Geschichte der Medizin 4 (1910/1911), S. 425-430. (detaillierte Ansicht)
  • Beat R. JennyHumanismus und städtische Eliten in Basel im 16. Jahrhundert, in: Malettke / Klaus / Voss / Jürgen (Hg.): Humanismus und höfisch-städtische Eliten im 16. Jahrhundert (Pariser Historische Studien Bd. 27), Bonn 1989, S. 319-359. (detaillierte Ansicht)

Briefe an Johannes Oporinus

 AbsenderStandortSignaturEditionAnmerkungLiteraturSeitenBearbeitung
Guglielmo Gratarolo an Johannes Oporinus (1)Guglielmo GrataroloUB BaselFr. Gr. Ms. II, 28, Nr. 10224.12.1566Jüttner 1969173. 177unbearbeitet / UB Basel
Michael Toxites an Johannes Oporinus (1)Michael ToxitesUB BaselFr. Gr. Ms. II 28, 2, 36824.8.1567Kühlmann/Telle 200492-105unbearbeitet / UB Basel
  1. Scholia & Observationes quaedam perutiles in Macri Poemata de Virtutibus Herbarum, &c. quas Ioh. Oporinus (dum per triennium aut ultra Theophrasti esset Amanuensis) ex ore dictantis studiose exceperat. (Nützliche Kommentare und Beobachtungen zu den Macer-Gedichten über die Kräfte der Heilpflanzen, welche Johannes Oporinus, drei Jahre oder länger Schreiber des Paracelsus, vom Gehörten eifrig ausgewählt hat.) Huser-Ausgabe der Werke des Paracelsus, Basel 1590, Teil 7, Seite 237-277. Bayerische Staatsbibliothek Digitalisat
  2. Heinz Pächter. Paracelsus. Das Urbild des Doktor Faustus. Büchergilde Gutenberg, Zürich 1955, S. 184-189.