Stadtarchiv Deggendorf
Allgemeine Informationen
Stadtarchiv Deggendorf
Franz-Josef-Strauß-Str. 5
94669 Deggendorf
Tel: (0991) 2960580
Ansprechpartner
Prof. Dr. Lutz-Dieter Behrendt
Lutz-Dieter.Behrendt@deggendorf.de
Wiss. Mitarbeiter
Öffnungszeiten
Mo.-Do. 8.00-17.00 Uhr
Fr. 8.00-11.30 Uhr
Literatur zum Archiv
Sichtungen / Bestände
Bestandübersicht
Eberhard Weis (Bearb.), Stadtarchiv Deggendorf (Bayerische Archivinventare 10), München 1958; 480/J 41-10: 2 Urk. aus dem 18. Jh. und 1 Erwähnung in den Kammergefällsrechnungen.
- 98 Urkunden (1300-1834).
- Amtsbücher (1300-1966): u.a. Eid-, Tax- und Gerichtsbuch, Protokolle (Rats-, Brief- und Verhörsprotokolle, Inventurbücher, Vertragsbücher, 1555-1990), Privilegienbücher und Urkundenregestenbände (1535), Stadtsteuerbücher, Salbücher des Katharinenspitals, Stadtchroniken.
- Rechnungen (1559-1990): u.a. Stadtkammer, Stadtbauamt, Brückenamt, Salzamt, Kirchen und Bruderschaften der Stadt und der Landgerichte Deggendorf, Natternberg und Hengersberg, Spital und Stiftungen.
- Akten der kommunalen Verwaltung (18.-20. Jh., vereinzelt zurückreichend bis 1470).
Sichtungen / Bestände
Mail von Lutz-Dieter Behrendt vom 2.10.2014:
Im Stadtarchiv Deggendorf sind nur wenige direkte Materialien zum Gesundheitswesen vor 1800 vorhanden.
Ein Akt (Signatur V,1) der Laufzeit 1793 bis 1802 betrifft „Das durch die Transporte von gefangenen Franzosen in die Stadt Deggendorf“ eingeschleppte Faulfieber.
Ein Akt (Signatur X, 9), Laufzeit 1741 und 1788, betrifft die Verleihung des Stadtphysikats an die Doctores Dalhofer und Jakob und Nepomuk Kollmann (Vater und Sohn).
Für 1793 und 1837 sind ähnliche Akten vorhanden.
Ein Stadtphysikus ist in Deggendorf seit der Mitte des 17. Jahrhunderts nachweisbar. Die Namen tauchen in Ratsprotokollen, Briefprotokollen, Verhörsprotokollen, Vertragsbüchern und Stadtkammerrechnungen auf: Johann Daniel Millius, Johann Franciscus Schönlein, Franz Stockher, Tobias Wischlburger, Johann Georg Freihammer = das wurde alles für teures Geld kopiert, aber meine Mails anscheinend nicht genau gelesen (TW, 17.11.2014): Kopien vorh., keine Ärztebriefe!
Einige Beispiele seien genannt:
22.1.1646: Verhörsprotokolle: Klage des Stadtphysikus Andreas Hueber und des Apothekers gegen einen Bader und mehrere Krämer wegen Arzneimitteln: Kopie vorh. = keine Ärztebrief!
1697 Stadtphysikus Tobias Wischlburger in Vertragsbüchern: Kopie vorh. = keine Ärztebrief!
20.12.1713: Ratsprotokoll: Stadtphysikus auf Pflicht verwiesen, arme Personen zu behandeln
9.8.1714: Ratsprotokoll: an Dominicus Fasching Stadtphysikat verliehen, muss wie sein Vorgänger Thavon ein Jahr auf Vergütung warten
1715 wird dem Dr. Fasching das Physikat entzogen wegen tödlicher Verwundung des ältesten Sohnes des Stadtkammerers Rohrbeck
7.5.1732: Ratsprotokoll: Hebamme vom Stadtphysikus Dr. Freyhammer examiniert und als tauglich befunden
In Briefprotokollen sind die Hauskäufe von Stadtphysikussen dokumentiert.
Über Krankheiten ist aus den genannten Protokollen auch einiges zu erfahren. Als Beispiel sei das Verhörsprotokoll vom 4.1.1694 genannt, in dem es um die Aufstellung eines Prechpaders in Deggenau geht.
Auch über anderes medizinisches Personal (Wundärzte, Bader, vorübergehend anwesende Augenärzte, Apotheker, Hebammen) kann in den genannten Protokollen einiges gefunden werden.
Die Suche nach bestimmten Namen ist mit verschiedenen Karteien im Archiv möglich.