Lorenz Scholz von Rosenau (1552-1599)
| GND-Nummer(n) | 116911670 |
| Namensvariante(n) | Lorenz Scholz ; Lorenz Scholz II. |
| Geburtsdatum | 20.12.1552 |
| Geburtsort | Breslau |
| Sterbedatum | 22.4.1599 |
| Sterbeort | Breslau |
Vita
Abweichendes Geburtsdatum (Schindler 1706, 273): 20.9.1552; abweichendes Sterbedatum (ebd., nach Polius): 21.4.1599
Sohn des Arztes Lorenz Scholz (sen.) und der Anna Runge in Breslau, Studium in Wittenberg (1572, 1576), dann Medizinstudium in Padua (?, ?), Siena (?, ?) und zuletzt, bis 1579, in Bologna (?, ?). In Padua zeichnete detailliert den Plan des Botanischen Garten, den er später Ulisse Aldrovandi (Lauterbach 2018: 37 f.) verehrte, und edierte 1579 den De humano foeto libellus (Basel 1579) des Bologneser Anatomen Julius Caesar Arantius (Aranzi, 1530-1589). 1579 weitere peregrinatio durch Italien über Rom, Neapel, Florenz und Mailand, dann über Basel nach Frankreich, Dr. med. in Valence (1579), 1580 Rückkehr nach Breslau. Dort verh. mit Sara, Tochter von Johannes Aurifaber (1517-1568), das Paar hatte eine Tochter († 1603) und einen Sohn († 1613). Arzt in Schwiebus (?, ?) und Freystadt (Schlesien) (?, ?), 1581 Pestschrift, 1585 Rückkehr nach Breslau (1585, 1599), 1585 Wappenbrief von Crato, 1596 wurde er von Rudolf II. geadelt (als von Rosenau).
Da er selbst kein Forscher und als Intellektueller eher "zweitrangig" (Lauterbach 2018: 42) war, profilierte er sich über gelehrte Kontakte und den eigenen Hortus medicus in Breslau, der zum Treffpunkt der zeitgenössischen schlesischen Humanistenszene wurde (Personalien: Lauterbach 2018: 58 f.). Berühmtheit erreichte, als frühestes und zugleich bedeutendstes Werke des Genres, die gereimte Beschreibungen seines Gartens: Hortus Vratislaviae situs et rarioribus plantis, carmine celebratus, cum catalogo botanico (Breslau 1587). Die Beiträger hatten den Garten teilweise nie gesehen.
Scholz war auch bedeutsam als Herausgeber Briefe und Consilia von Johannes Crato von Krafftheim.
Literatur
- PND
- Lauterbach 2018, 36-40
Archivalien
- M 1017 - Konsiliensammlung des Lorenz Scholz wohl aus seiner Wittenberger Studienzeit 1572-1575 (Sequentia accepit D. K. partim Norimbergae anno 1534 a Leonhardo Stoberlin, partim a Joh. Kellerlin, partim Paduae ab Aloysio Rom. (?) et D. Georgio Laurea) (Brandenburg. Leibarzt). 113 Bl.
- M 1090 Apothekenvisitation zu Wittenberg 1575, Abschrift des Protokolls durch Lorenz Scholz, außerdem Rezeptsammlungen aus seinem Besitz
- M 1324 - Laur. Scholz, Kollegmitschriften bei Mercuriale in Padua 1577. 2 Teile, 465 und 279 S.* R 2177: Epigrammata amicorum in hortum L. Scholzii, 1594/95
- M 1329 - Weitere Mercurialis-Mitschriften von L. Scholtz (1575-1577).
- M 1333 - D. Salomonis Alberti Isagoge, geschr. v. L. Scholtz
- M 1347 - Hieronymus Caprovaccius de febris pest., geschr. v. L. Scholtz, Padua 1578
- M 1378 - Collectanea medica Laurentii Scholtzii Vratislavensis. Keine Beschreibung im Kat.
- M 1464-1466 - L. Scholtzii Collectanea medica. Keine Beschreibung im Kat.
- R 2177 - durchschoss. Ex. der Gedichtsammlung Laus Horti (1594); darin u.a. ein Gedicht von Andreas Calagius (1592) als Nr. 10 (weitere hs. Einträge, sofern Briefe, in der Briefdatenbank)
ehem. Stadtbücherei Elbing (Verbleib unsicher)
- Ms. O 9 (Stammbuch des Hans von Bodeck 1582-1658, S. 122 f. - Stammbucheinträge von L. S. und seinem gleichnamigen Sohn (Bauer 1928, 173)
Herausgebertätigkeit
- Briefe und Consilien Johannes Cratos und anderer in 5 Bänden (Frankfurt 1591-93, siehe Scholz 1591, Scholz 1592, Scholz 1593, Scholz 1593a; nachgedruckt Frankfurt u.a. ab 1646)
- Briefe Cratos und anderer in 1 Band, 1598 (siehe hier; nachgedruckt Hanau 1610)
- Consilien Cratos und anderer in 1 Band (siehe hier); nachgedruckt Hanau 1610)
- UB Wroclaw, M 1039 - Epp. medicinales, consilia etc. gesammelt von Lorenz Scholz 1584-1585 (Forts. von M 1013 = Abschriften von Briefen des 16. Jh.). Nicht identisch mit den Drucken!