Georg Ernst Stahl
| GND-Nummer(n) | Datensatz nicht vorhanden oder nicht recherchiert |
| Namensvariante(n) | |
| Geburtsdatum | 1660 |
| Geburtsort | Ansbach |
| Sterbedatum | 14.5.1734 |
| Sterbeort | Sterbeort nicht bekannt |
Vita
und erhielt 1716, berufen, wird ihm die Position als Präsident des Collegium-Medicum (Berlin) angetragen. Dies führt zur Errichtung einer Ausbildungsstätte für Medizin [2]. Am 14. Mai 1734 stirbt Georg Ernst Stahl in Berlin.
Familie [Bearbeiten]
In Halle heirate er. Seine erste Frau stirbt noch im Wochenbett, das frisch geborene Töchterchen drei Monate später. Seine zweite Frau – kaum 20 Jahre alt – ereilt das gleiche Schicksal. Beide Schicksalsschläge beeinflussten den Charakter dieses sensiblen Menschen nachhaltig. Gegner nannten ihn deshalb einen Misanthropen. Aber aus einer dritten Ehe, diesmal mit Regina Elisabeth Wesener, entstanden noch mindestens zwei Kinder, wobei die Tochter Catharina Charlotte Stahl (1711–1784) später den Rechtswissenschaftler und Rektor der Viadrina Johann Samuel Friedrich von Boehmer heiratete. Wissenschaftliche Beiträge und Ansichten [Bearbeiten]
Stahl, der ab 1700 der Leopoldina angehörte, war neben Johann Joachim Becher Hauptbegründer der Phlogiston-Theorie, die erst durch Antoine Lavoisier widerlegt wurde. Außerdem entwickelte Stahl Theorien zu Gärungserscheinungen. Auf chemischem Gebiet leistete er wertvolle Beiträge zu den Verwandtschaftsreihen der Metalle. Ihm gelang es Essigsäure durch Ausfrieren des Wassers aufzukonzentrieren. Im Jahre 1723 stellt er Essigsäure erstmals durch die Umsetzung von festen Acetaten mit Schwefelsäure dar. Er entdeckte viele Eigenschaften der Metalle und Metalloxide und ordnete die Säuren nach ihrer Stärke. Ein bedeutender Beitrag war die Phlogistontheorie, welche die erste umfassende Theorie in der noch jungen Wissenschaft Chemie darstellte. Sie interpretierte den Vorgang der Verbrennung jedoch grundsätzlich unrichtig und führte dazu, dass viele Entdeckungen, unter anderem auch die von Sauerstoff und Stickstoff, falsch interpretiert wurden. Sie wurde schließlich von Antoine Lavoisier widerlegt.
Stahl kann als wichtiger Vorläufer der Psychosomatik gelten. Wie heute viele Psychologen warnte er vor der Überbewertung rein anatomischer, physikalischer und chemischer Prozesse bei der Krankheitserforschung und -behandlung. Sigmund Freud vorgreifend nahm er ein Unbewusstes an, das stark auf die Bewusstheit und vor allem den Körper einwirke. Die Seele baue den Körper fort, lehrte er. Da alle Bewegungen und Veränderungen ihren Sitz in der Seele haben, so folgerte Stahl, müssten auch alle Krankheiten letztendlich seelischen Ursprungs sein. In seiner Krankheitslehre näherte er sich Theorien der Psychoanalytikerin Karen Horney, indem er annahm, Krankheiten entstünden aus widersprechenden Willenstendenzen der Seele, die sich nicht auflösen können und demnach in ein Symptom umschlagen müssen. Als Mediziner vertrat er die Lehre vom psychischen Einfluss (Animismus) und wandte sich damit scharf gegen den Materialismus von Herman Boerhaave und Friedrich Hoffmann. Stahl erkannte die Nützlichkeit des Fiebers als folgerichtige Abwehr-Reaktion des Körpers auf Infektionen.
Er glaubte, durch Herbeiführung künstlicher Widersprüche Konflikte kathartisch lösen zu können.
Die Wahl seiner Mittel erscheint aus heutiger Sicht mitunter grotesk. Dennoch vertrat Stahl für seine Zeit erstaunlich moderne Theorien.
Chemiker Land Deutschland (XA-DE) Beziehungen zu anderen Personen Stahl, Catharina Margaretha (Ehefrau) Studium der Medizin und Chemie in Jena (1679, ?); promovierte 1684 (?); kurz darauf erfolgte die Habilitation. Hofarzt des Herzogs Johann Ernst von Sachsen-Weimar (1687, ?); Professor der Medizin in Halle (1694, ?). Leibarzt des Der Datenwert „Friedrich Wilhelm I. Königs von Preußen</br></br></br></br> und Leibarzt des [[Leibarzt:: Herzogs von Sachsen-Weimar“ enthält einen Gedankenstrich oder andere für die Interpretation der Datumsangabe ungültige Zeichen.Er war seit dem 3.6.1700 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher, auch Leopoldina. Sein akademischer Name lautete Democedes I.