Petrus Kirstenius

Aus Ärztebriefe
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Grunddaten zu Petrus Kirstenius
GND-Nummer(n) Datensatz nicht vorhanden oder nicht recherchiert
Namensvariante(n) Peter Kirstein
Geburtsdatum 25.12.1577
Geburtsort Breslau
Sterbedatum 5.4.1640
Sterbeort Uppsala

Vita

Schulausbildung in Posen; Student in Leipzig (?, ?), Wittenberg (?, ?) und Jena (?, ?). In Jena erwarb er den Magistertitel. Es folgten Reisen nach Frankreich und in die Niederlande. Doktor der Medizin Basel (1601); Reisen u.a. bis Asien: 1610 wurde er Rektor in Breslau und baute dort eine Arabische Druckerei auf. Königlich schwedischer Leibarzt Königin Christina (1636, ?) und Professor der Medizin in Uppsala (1636, ?); Orientalist, Philologe


Kirstenius erhielt seine medizinische Ausbildung an verschieden Universitäten in Deutschland, Holland und Frankreich. Da er sehr an den alten Schriften arabischer Ärzte, vor allem von Avicenna, interessiert war, nutze er sein Studium zum Ausbau seiner schon vorher bemerkenswerten Sprachkenntnisse. Mit 24 Jahren promovierte er zum Doktor der Medizin in Basel. Danach begab er sich auf Studienreise durch Italien, Spanien, Frankreich und andere Länder.

Wieder in Breslau wurde er Rektor des städtischen Gymnasiums schon bald musste er diese Tätigkeit aufgrund von Krankheit beenden. Danach war er vor allem praktizierender Arzt. Wenige Jahre später zog er nach Preußen, wo er mit dem schwedischen Reichskanzler Axel Oxenstierna bekannt wurde. Dieser stellte ihn als sein persönlicher Arzt ein worauf Kirstenius 1636 nach Schweden zog. Dort wurde er im selben Jahr zum außerordentlichen Leibarzt der Königin Christina und zum Professor für praktische Medizin in Uppsala berufen.

Laut zeitgenössischen Berichten beherrschte Kirstenius 26 Sprachen und sein Ruf als Philologe war bedeutender als sein Arztprestige. Laut eigenem Bekenntnis gehörte er eher zur Schule von Paracelsus und weniger zu Galenos. Abgesehen von wenigen medizinischen Schriften, wie De vero usu et abusu medicinae (Breslau, 1610), veröffentlichte Kirstenius mehrere sprachwissenschaftliche Arbeiten, vorwiegend Übersetzungen von christlichen Urkunden.

Sein Sohn Johan Peter Kirstenius (1617–1682) wurde ein angesehener Festungsbauoffizier.

Literatur

Archivalien

Briefe