Petrus Kirstenius: Unterschied zwischen den Versionen

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== Vita ==
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Schulausbildung in Posen; Student in [[Studium::Leipzig; 1596]], [[Studium::Wittenberg]] und [[Studium::Jena]]. In Jena erwarb er im Februar 1599 den Magistertitel. Es folgten Reisen nach Frankreich und in die Niederlande. Doktor der Medizin [[Doktor::Basel; 1601]]; Reisen nach Italien, Spanien, Frankreich, England, Belgien, Böhmen und Polen; am 31. Oktober 1603 Heirat mit Barbara Schröter; Arzt in [[Praxis::Breslau]];  1610 wurde er Rektor am städtischen Gymnasium in Breslau. 1616 legte er das Amt nach längerer Krankheit nieder und wurde Stadtarzt in [[Stadtarzt::Breslau]]. Angebote Leibarzt bei Erzherzog Karl von Österreich und baute dort eine Arabische Druckerei auf. Königlich schwedischer Leibarzt von [[Leibarzt::Königin Christina; 1636]] und Professor der Medizin in [[Professor::Uppsala; 1636]]; Orientalist, Philologe
Orientalist, Philologe, Arzt; Schulausbildung in Posen; Student in [[Studium::Leipzig; 1596]], [[Studium::Wittenberg]] und [[Studium::Jena]]. In Jena erwarb er im Februar 1599 den Magistertitel. Es folgten Reisen nach Frankreich und in die Niederlande. Doktor der Medizin [[Doktor::Basel; 1601]] über die Pest; Reisen nach Italien, Spanien, Frankreich, England, Belgien, Böhmen und Polen. Auf diesen Reisen eignete er sich die jeweilige Landessprache und das Arabische an. Am 31. Oktober 1603 Heirat mit Barbara Schröter; Arzt in [[Praxis::Breslau]];  1610 wurde er Rektor am städtischen Gymnasium in Breslau. 1616 legte er das Amt nach längerer Krankheit nieder und wurde Stadtarzt in [[Stadtarzt::Breslau]]. Angebote, Leibarzt bei Erzherzog Karl von Österreich und Kaiser Ferdinand II. zu werden, lehnte er ab.1634 scheint er Breslau verlassen zu haben. und baute dort eine Arabische Druckerei auf. Königlich schwedischer Leibarzt von [[Leibarzt::Königin Christina; 1636]] und Professor der Medizin in [[Professor::Uppsala; 1636]]; er hat zahlreichen philologische Schriften verfasst, aber nur ein kleines, medizinisches Werk. Kristenius war interessiert an den Schriften [[Avicennas]] und fühlte sich selbst eher der Schule von Paracelsus zugehörig als der von Galen.


Abgesehen von wenigen medizinischen Schriften, wie De vero usu et abusu medicinae (Breslau, 1610


durch 4 Jahre Theologie und Medicin und trat im August 1600 die damals herkömmliche wissenschaftliche Reise an, auf welcher er zunächst in Basel längern Aufenthalt nahm, um sich dort den 29. August 1601 durch Vertheidigung seiner Dissertation über die Pest das Doctorat der Medicin zu erwerben. Die Schriften des Avicenna, die nur in sehr fehlerhaften und ungenügenden Uebersetzungen bekannt waren, hatten in ihm schon längst den Wunsch erregt, das in Europa damals fast völlig unbekannte Arabisch zu lernen, und Scaliger und Casaubonus, die er deßwegen zu Rathe gezogen, hatten ihn in diesem Vorhaben bestärkt. Auf seiner großen Reise, die ihn nach  führte, lernte er nun nicht blos die Sprachen aller dieser Völker, sondern fand auch Gelegenheit, sich das ersehnte Arabisch vollständig anzueignen, wobei ihm seine gründliche Kenntniß des Hebräischen und Syrischen, welches er auf der Universität eifrig getrieben, nicht wenig zu Statten kam. Wo und von wem er das Arabische gelernt hat, sagt er nirgends, und auch seine Biographien schweigen darüber; einzelne Stellen der ihm gewidmeten Gedichte lassen vermuthen, daß in Italien oder Spanien ein geborener Orientale sein Lehrer geworden ist, auch erwähnt er selber einmal beiläufig seinen praeceptor Arabs. Nach siebenjähriger Abwesenheit kehrte er, nachdem er sich zuvor am 31. Octbr. 1603 mit Barbara Schröter in Jena verheirathet hatte, in seine Vaterstadt zurück und ließ sich in ihr als Arzt nieder. Doch K. wollte das Arabische nicht blos für sich allein gelernt haben, sondern auch andern mit seiner Kenntniß desselben dienen. Daß er sich Alles erst selber schaffen mußte, schreckte ihn nicht ab. Er zeichnete arabische Typen, ließ sie
== Werke==
 
kleines Büchlein in Octav „Trewe Warnung von rechtem Gebrauch vnd Mißbrauch der Artzney“ Breslau 1610127 Seiten
Stadtphysikus seine ärztliche Praxis wieder auf. Die ihm angebotene Leibarztstelle bei dem Erzherzog Karl von Oesterreich lehnte er ab, ebenso scheiterten spätere Versuche, ihn für den Kaiser Ferdinand II. zu gewinnen. Die Schrecken des dreißigjährigen Krieges vertrieben ihn zuletzt aus der Vaterstadt, an welcher er mit ganzem Herzen hing. 1634 scheint er Breslau verlassen zu haben. In Preußen, wohin er sich begeben hatte, machte er die Bekanntschaft des schwedischen Kanzlers Oxenstierna, der ihn 1635 oder 1636 mit nach Schweden nahm, wo K. als königlicher Leibarzt und Professor der Medicin in Upsala noch vier Jahre bis zu seinem am 5. April 1640 erfolgten Tode segensreich gewirkt hat. Seine Hauptschriften fallen in die Zeit von 1608–1611. Außer den oben angeführten sind noch zu nennen: „Decas sacra canticorum et carminum Arabicorum“, Breslae 1608; „Vitae evangelistorum IV ex Arabico codice manuscr. Caesareo erutae“, Breslae 1608. fol., ferner „Notae in evangelium S. Matthaei ex collatione textuum Arabic., Syriae., Aegyptiae., Greace. et latinorum“ und „Notae in epistolam S. Judae“, beide 1611 in Breslau erschienen. Als Arzt hat er außer seinen Baseler Promotionsschriften nur ein kleines Büchlein in Octav „Trewe Warnung von rechtem Gebrauch vnd Mißbrauch der Artzney“ geschrieben und „allen trewhertzigen Menschen, so ihre Gesundheit, wann sie gegenwärtig, zu erhalten, oder wann dieselbe verlohren, durch Gottes Segen zurecht zu bringen begehren“ gewidmet, Breslau 1610. Mit Vorrede der löblichen Facultät der Medicorum in Leipzig. 127 Seiten.
 
 
 
 
 
 
Kirstenius erhielt seine medizinische Ausbildung an verschieden Universitäten in Deutschland, Holland und Frankreich. Da er sehr an den alten Schriften arabischer Ärzte, vor allem von Avicenna, interessiert war, nutze er sein Studium zum Ausbau seiner schon vorher bemerkenswerten Sprachkenntnisse. Mit 24 Jahren promovierte er zum Doktor der Medizin in Basel. Danach begab er sich auf Studienreise durch Italien, Spanien, Frankreich und andere Länder.
 
schon bald musste er diese Tätigkeit aufgrund von Krankheit beenden. Danach war er vor allem praktizierender Arzt. Wenige Jahre später zog er nach Preußen, wo er mit dem schwedischen Reichskanzler Axel Oxenstierna bekannt wurde. Dieser stellte ihn als sein persönlicher Arzt ein worauf Kirstenius 1636 nach Schweden zog. Dort wurde er im selben Jahr zum außerordentlichen Leibarzt der Königin Christina und zum Professor für praktische Medizin in Uppsala berufen.
 
Laut zeitgenössischen Berichten beherrschte Kirstenius 26 Sprachen und sein Ruf als Philologe war bedeutender als sein Arztprestige. Laut eigenem Bekenntnis gehörte er eher zur Schule von Paracelsus und weniger zu Galenos. Abgesehen von wenigen medizinischen Schriften, wie De vero usu et abusu medicinae (Breslau, 1610), veröffentlichte Kirstenius mehrere sprachwissenschaftliche Arbeiten, vorwiegend Übersetzungen von christlichen Urkunden.
 
Sein Sohn Johan Peter Kirstenius (1617–1682) wurde ein angesehener Festungsbauoffizier.
== Literatur ==
== Literatur ==


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* PND
* ADB
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Version vom 21. Juli 2010, 10:42 Uhr

Grunddaten zu Petrus Kirstenius
GND-Nummer(n) Datensatz nicht vorhanden oder nicht recherchiert
Namensvariante(n) Peter Kirstein
Geburtsdatum 25.12.1577
Geburtsort Breslau
Sterbedatum 5.4.1640
Sterbeort Uppsala

Vita

Orientalist, Philologe, Arzt; Schulausbildung in Posen; Student in Leipzig (1596, ?), Wittenberg (?, ?) und Jena (?, ?). In Jena erwarb er im Februar 1599 den Magistertitel. Es folgten Reisen nach Frankreich und in die Niederlande. Doktor der Medizin Basel (1601) über die Pest; Reisen nach Italien, Spanien, Frankreich, England, Belgien, Böhmen und Polen. Auf diesen Reisen eignete er sich die jeweilige Landessprache und das Arabische an. Am 31. Oktober 1603 Heirat mit Barbara Schröter; Arzt in Breslau (?, ?); 1610 wurde er Rektor am städtischen Gymnasium in Breslau. 1616 legte er das Amt nach längerer Krankheit nieder und wurde Stadtarzt in Breslau (?, ?). Angebote, Leibarzt bei Erzherzog Karl von Österreich und Kaiser Ferdinand II. zu werden, lehnte er ab.1634 scheint er Breslau verlassen zu haben. und baute dort eine Arabische Druckerei auf. Königlich schwedischer Leibarzt von Königin Christina (1636, ?) und Professor der Medizin in Uppsala (1636, ?); er hat zahlreichen philologische Schriften verfasst, aber nur ein kleines, medizinisches Werk. Kristenius war interessiert an den Schriften Avicennas und fühlte sich selbst eher der Schule von Paracelsus zugehörig als der von Galen.

Abgesehen von wenigen medizinischen Schriften, wie De vero usu et abusu medicinae (Breslau, 1610

Werke

kleines Büchlein in Octav „Trewe Warnung von rechtem Gebrauch vnd Mißbrauch der Artzney“ Breslau 1610127 Seiten

Literatur

  • PND
  • ADB

Archivalien

Briefe