Gregor Klett: Unterschied zwischen den Versionen
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"K. erlangte v.a. für die Wissenschaftsgeschichte Bedeutung, denn die von ihm überlieferten „Alchimistenbriefe“ stellen die älteste deutschsprachige Korrespondenz zwischen Alchemikern dar. – K. studierte 1482 in Leipzig und hielt sich um 1490 in Mainz auf, er war Lizentiat der Jurisprudenz. Spätestens seit 1496 fungierte er als Syndikus in Bautzen. Nach dem Tod seiner ersten Frau und seines Sohns ging er 1497 als Oberstadtschreiber (protonotarius) nach Görlitz, wo er das Bürgerrecht erwarb und die älteste Tochter des mehrfach als Bürgermeister tätigen Georg Emerich heiratete. In der Folgezeit war K. bis zu seinem Tod als Ratsherr mehrfach Schöffe und Ältester. Das Stadtschreiberamt gab er 1509 auf. Er bewohnte den Brauhof Untermarkt 19. Außerdem gehörten ihm das Dorf Hennersdorf (poln. Jędrzychowice), vier Teiche und eine Mühle. – Für die Wissenschaftsgeschichte sind K.s. sog. Alchimistenbriefe von herausragender Bedeutung. '''Diese aus den Jahren 1496 bis 1506 stammenden zwölf Briefe, die vielleicht an den Mainzer Arzt und Humanisten Dietrich Gresemund d.Ä. gerichtet''' waren, sind die ältesten deutschsprachigen Zeugnisse eines brieflich geführten Erfahrungsaustauschs zwischen Alchemikern. Hauptthema der Briefe sind chemische Verfahren zur Gewinnung des „Steins der Weisen“ (Lapis philosophorum), einer Substanz, mit der man unedle Metalle in edle zu verwandeln hoffte. Die traktatartigen Briefe bezeugen K.s umfangreiche Kenntnisse der zeitgenössischen Alchemieliteratur und deren kritische Reflexion. Die Autorschaft weiterer überlieferter oder nur von anderen erwähnter Werke ist unsicher. R. Gelius hält es für unwahrscheinlich, dass K. selbst laborierte, er hält ihn vielmehr für den Literaturkundigen innerhalb einer Gemeinschaft von Alchemikern, in der sein Schwiegervater Emerich der eigentliche Betreiber eines Labors gewesen sein soll. In den Görlitzer Quellen wird allerdings weder K.s. noch Emerichs Betätigung als Alchemiker erwähnt." | "K. erlangte v.a. für die Wissenschaftsgeschichte Bedeutung, denn die von ihm überlieferten „Alchimistenbriefe“ stellen die älteste deutschsprachige Korrespondenz zwischen Alchemikern dar. – K. studierte 1482 in Leipzig und hielt sich um 1490 in Mainz auf, er war Lizentiat der Jurisprudenz. Spätestens seit 1496 fungierte er als Syndikus in Bautzen. Nach dem Tod seiner ersten Frau und seines Sohns ging er 1497 als Oberstadtschreiber (protonotarius) nach Görlitz, wo er das Bürgerrecht erwarb und die älteste Tochter des mehrfach als Bürgermeister tätigen Georg Emerich heiratete. In der Folgezeit war K. bis zu seinem Tod als Ratsherr mehrfach Schöffe und Ältester. Das Stadtschreiberamt gab er 1509 auf. Er bewohnte den Brauhof Untermarkt 19. Außerdem gehörten ihm das Dorf Hennersdorf (poln. Jędrzychowice), vier Teiche und eine Mühle. – Für die Wissenschaftsgeschichte sind K.s. sog. Alchimistenbriefe von herausragender Bedeutung. '''Diese aus den Jahren 1496 bis 1506 stammenden zwölf Briefe, die vielleicht an den Mainzer Arzt und Humanisten Dietrich Gresemund d.Ä. gerichtet''' waren, sind die ältesten deutschsprachigen Zeugnisse eines brieflich geführten Erfahrungsaustauschs zwischen Alchemikern. Hauptthema der Briefe sind chemische Verfahren zur Gewinnung des „Steins der Weisen“ (Lapis philosophorum), einer Substanz, mit der man unedle Metalle in edle zu verwandeln hoffte. Die traktatartigen Briefe bezeugen K.s umfangreiche Kenntnisse der zeitgenössischen Alchemieliteratur und deren kritische Reflexion. Die Autorschaft weiterer überlieferter oder nur von anderen erwähnter Werke ist unsicher. R. Gelius hält es für unwahrscheinlich, dass K. selbst laborierte, er hält ihn vielmehr für den Literaturkundigen innerhalb einer Gemeinschaft von Alchemikern, in der sein Schwiegervater Emerich der eigentliche Betreiber eines Labors gewesen sein soll. In den Görlitzer Quellen wird allerdings weder K.s. noch Emerichs Betätigung als Alchemiker erwähnt." | ||
(Christian Speer, 2014 - | (Christian Speer, 2014 - https://saebi.isgv.de/biografie/Gregor_Klett_(1467-1513)) | ||
Literatur zu K.s Briefen: | |||
W. Ganzenmüller, Briefe eines Lausitzer Alchimisten 1496-1506, in: Angewandte Chemie 48/1935, S. 761-764; R. Gelius, Neue Erkenntnisse in der Frage der „Lausitzer Alchimistenbriefe“, in: Sudhoffs Archiv 71/1987, S. 62-77; A. Bartkowski, „Die rechte Kunst der Alchemie ist wahrhaftig die Philosophia der alten Weisen.“ Die alchemistischen Briefe des Görlitzer Bürgers und Stadtschreibers Georg K., in: Görlitzer Magazin. Geschichte und Gegenwart der Stadt Görlitz und ihrer Umgebung 25/2012, S. 2-11 | |||
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Aktuelle Version vom 21. Juli 2024, 13:27 Uhr
| GND-Nummer(n) | Datensatz nicht vorhanden oder nicht recherchiert |
| Namensvariante(n) | |
| Geburtsdatum | 1467 |
| Geburtsort | Geburtsort nicht bekannt |
| Sterbedatum | 1513 |
| Sterbeort | Görlitz |
Vita
KEIN ARZT:
"K. erlangte v.a. für die Wissenschaftsgeschichte Bedeutung, denn die von ihm überlieferten „Alchimistenbriefe“ stellen die älteste deutschsprachige Korrespondenz zwischen Alchemikern dar. – K. studierte 1482 in Leipzig und hielt sich um 1490 in Mainz auf, er war Lizentiat der Jurisprudenz. Spätestens seit 1496 fungierte er als Syndikus in Bautzen. Nach dem Tod seiner ersten Frau und seines Sohns ging er 1497 als Oberstadtschreiber (protonotarius) nach Görlitz, wo er das Bürgerrecht erwarb und die älteste Tochter des mehrfach als Bürgermeister tätigen Georg Emerich heiratete. In der Folgezeit war K. bis zu seinem Tod als Ratsherr mehrfach Schöffe und Ältester. Das Stadtschreiberamt gab er 1509 auf. Er bewohnte den Brauhof Untermarkt 19. Außerdem gehörten ihm das Dorf Hennersdorf (poln. Jędrzychowice), vier Teiche und eine Mühle. – Für die Wissenschaftsgeschichte sind K.s. sog. Alchimistenbriefe von herausragender Bedeutung. Diese aus den Jahren 1496 bis 1506 stammenden zwölf Briefe, die vielleicht an den Mainzer Arzt und Humanisten Dietrich Gresemund d.Ä. gerichtet waren, sind die ältesten deutschsprachigen Zeugnisse eines brieflich geführten Erfahrungsaustauschs zwischen Alchemikern. Hauptthema der Briefe sind chemische Verfahren zur Gewinnung des „Steins der Weisen“ (Lapis philosophorum), einer Substanz, mit der man unedle Metalle in edle zu verwandeln hoffte. Die traktatartigen Briefe bezeugen K.s umfangreiche Kenntnisse der zeitgenössischen Alchemieliteratur und deren kritische Reflexion. Die Autorschaft weiterer überlieferter oder nur von anderen erwähnter Werke ist unsicher. R. Gelius hält es für unwahrscheinlich, dass K. selbst laborierte, er hält ihn vielmehr für den Literaturkundigen innerhalb einer Gemeinschaft von Alchemikern, in der sein Schwiegervater Emerich der eigentliche Betreiber eines Labors gewesen sein soll. In den Görlitzer Quellen wird allerdings weder K.s. noch Emerichs Betätigung als Alchemiker erwähnt."
(Christian Speer, 2014 - https://saebi.isgv.de/biografie/Gregor_Klett_(1467-1513))
Literatur zu K.s Briefen:
W. Ganzenmüller, Briefe eines Lausitzer Alchimisten 1496-1506, in: Angewandte Chemie 48/1935, S. 761-764; R. Gelius, Neue Erkenntnisse in der Frage der „Lausitzer Alchimistenbriefe“, in: Sudhoffs Archiv 71/1987, S. 62-77; A. Bartkowski, „Die rechte Kunst der Alchemie ist wahrhaftig die Philosophia der alten Weisen.“ Die alchemistischen Briefe des Görlitzer Bürgers und Stadtschreibers Georg K., in: Görlitzer Magazin. Geschichte und Gegenwart der Stadt Görlitz und ihrer Umgebung 25/2012, S. 2-11
Literatur
Briefe an Gregor Klett
| Absender | Standort | Signatur | Edition | Anmerkung | Literatur | Seiten | Bearbeitung | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Diverse an Gregor Klett (1) | Diverse | UB Heidelberg | Cod. Pal. Germ. 797 | Alchemischer Briefwechsel; Einzelnes siehe auf der Personenseite Klett! | unbearbeitet |